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MOVIEFLASH: Der vermessene Mensch

today20. März 2023

Hintergrund

Mit WELLE 1 ins Kino gehen und „Der vermessene Mensch“ im Kino anschauen!

Diese Woche im WELLE 1 Movieflash schaut sich Marlena Enzesberger „Der vermessene Mensch“ an, eine Historie über einen jungen Ethnologen der Zeuge des Genozids an den Herero und Nama wird. 

Und darum geht’s:

Alexander Hoffmann, ein Ethnologie-Doktorand reist im Zuge der „Deutschen-Kolonial-Ausstellung“, einer Delegation von Herero und Nama aus „Deutsch-Südwestafrika“ nach Berlin. Dort lernt er die Dolmetscherin Kezia Kambazembi kennen. Schnell entwickelt er hohes Interesse an den Herero und Nama. Daraufhin widerspricht er der evolutionistischen Rassentheorie. Wenig später kommt es aber aufgrund des Aufstandes der Herero und Nama in der Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“ zum Krieg gegen die deutschen Besatzer. Alibimäßig reist Hoffmann im Schutz der kaiserlichen Armee durch das Land und ist auf der Suche nach Artefakten und Kunstgegenständen für das Berliner Völkerkundemuseum. Sein wahrer Grund war aber ein anderer, er wollte seine These bestätigen. In Kezia erfuhr er dann am eigenen Leibe, mit welcher grausamen und furchtbaren Härte die deutschen Soldaten die Menschen dort folterten. Trotz dessen überschreitet auch er moralische Grenzen, da er seinem Professor Skelette und Schädel von toten Herero zur Forschung mitbrachte. 

Auf geschichtlich bestätigten und wahren Begebenheiten vermittelt der Film einen historisch aufklärenden Blick über den Völkermord an den Herero und Nama. 

Ihr habt Lust einen mitreißenden und lehrreichen Kinoabend mit euren Freunden oder eurer Familie zu verbringen? Dann WELLE 1 von 6 bis 18 Uhr hören und mit etwas Glück Tickets für „Der vermessene Mensch“ gewinnen! 🍀🎥🍿

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Der vermessene Mensch
Ab 24. März im Kino

Länge: 116 Minuten
Genre: Drama, Historie
FSK: 14

Regie: Lars Kraume
Cast: Leonhard Scheicher, Girley Charlene Jazama, Peter Simonischek, Ludger Bökelmann, Max Koch

© Studiocanal / Willem Vrey

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Kritik:

Anfang des 20. Jahrhunderts, Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“: Die lokalen Bevölkerungsgruppen der Herero und Nama versuchen, sich gegen die sich immer weiter ausbreitende deutsche Kolonie zu währen, was in einem Völkermord mit ca. 100.000 Opfern auf Seiten der Herero und Nama führt. Im Roman „Morenga“ von Uwe Timm wird die Geschichte aus der Sicht eines Mitglieds der deutschen Schutzgruppe erzählt. Lars Kraume ließ sich davon anregen, „Der vermessene Mensch“ zu produzieren.

Eines merkt man dem Film auf jeden Fall an: Den Versuch, so politisch korrekt wie nur möglich zu sein, alles richtig zu machen und niemandem auf die Füße zu steigen. So will Kraume, als deutscher Regisseur, nicht anmuten, eine POC-Sicht einzunehmen und erzählt aus der Sicht des deutschen Ethnologen. In der heutigen Zeit ist der Umgang mit solchen Themen kein einfacher, im Film „Sonne und Beton“ sieht man aber auch, was herauskommen kann, wenn man politische Korrektheit auch mal außen vor lässt. Im Fall von Lobrechts Roman bringt das Authentizität mit.

„Der vermessene Mensch“ bekommt trotzdem ein riesiges Mitarbeitssternchen, denn das Thema kommt so in die Köpfe der Menschen. Wurden solche Kapitel der Geschichte lang verdrängt, so bekommt der Genozid in Namibia so awareness – und das finden wir gut!

Filmtechnisch könnte das Thema ebenfalls noch besser umgesetzt werden. Die Dialoge wirken oft sehr statisch und geschrieben – einfach nicht richtig echt . Gedreht wurde in Namibia in beeindruckenden Landschaften, in denen allerdings die deutschen Truppen mit weniger als 25 Soldaten eher untergehen und nicht den Eindruck vermitteln, den sie sollten. Die Szenen in Berlin sind Innenaufnahmen, wodurch man wenig Gefühl dafür bekommt, in welcher Zeit der Film spielt.

„Der vermessene Mensch“ behandelt ein schwieriges Thema und versucht, in Filmlänge darüber zu erzählen. Leider wird durch das penible Achten auf politische Korrektheit in Kombination mit einem zu kleinen Budget die Herausforderung zu groß. Dass sich der Film damit auseinandersetzt, finden wir absolut richtig – wir hätten dem Film ein größeres Budget gewünscht, um das noch eindrucksvoller zu machen!

Musikredakteurin / Onlineredakteurin bei WELLE 1 music radio | +43 (0) 662 89 66-532 | [email protected] | Website

Filme anschauen und komische Fakten wissen – Traumjob würd ich sagen oder? Ansonsten bin ich noch für die grafischen Gestaltungen zuständig, hab mich um diese schöne neue Website gekümmert und spring hin und wieder für den Joe bei der Chartshow ein, wenn er mal wieder auf Urlaub ist. Mein Herzensprojekt sind aber die Künstler:innen aus Österreich – da schau ich, dass die auch bei uns OnAir immer mal wieder zum Einsatz kommen! ♥️

Geschrieben von: Marlena Enzesberger

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