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Neiyla im Interview: Zwischen Neuanfang, Selbstbestimmung und „EARTHQUAKE“

today19. September 2026

Hintergrund

Ein intensiver Sommer mit zahlreichen Konzerten liegt hinter Neiyla – und schon steht das nächste Kapitel an. Am 4. September 2026 hat die österreichische Sängerin ihre neue Single EARTHQUAKE veröffentlicht. Im Interview spricht sie über die sehr persönliche Geschichte hinter dem Song, ihren Weg als hauptberufliche Musikerin, Selbstbestimmung und ihre Erfahrungen als Frau in der Musikbranche.

„EARTHQUAKE“: Der Schlüssel zum Neuanfang

Liebe, Verlust und der Mut, nach dem Ende einer langjährigen Beziehung neu anzufangen: In EARTHQUAKE verarbeitet Neiyla einen ganz konkreten Moment nach einer Trennung. Als sie den Schlüssel der gemeinsamen Wohnung zurückgab, wurde ihr bewusst, wofür dieser kleine Gegenstand eigentlich alles gestanden hatte.

Gleichzeitig kam die Frage auf, wer diesen Schlüssel wohl als Nächstes besitzen würde. Genau dieser Gedanke wurde schließlich zum Ausgangspunkt für „EARTHQUAKE“. Obwohl die Geschichte für Neiyla ungewöhnlich persönlich und spezifisch ist, sieht sie darin eine Erfahrung, mit der sich viele Menschen identifizieren können.

Geschrieben wurde „EARTHQUAKE“ von Neiyla selbst, produziert hat den Rock-Song Bern Wagner.

Viele Facetten – nicht nur in der Musik

Auch das Musikvideo zu „EARTHQUAKE“ zeigt Neiyla in unterschiedlichen Looks, Outfits und Stimmungen. Mode ist für die Sängerin dabei weit mehr als nur Styling: Sie versteht Kleidung als eine Form des Selbstausdrucks. Mal cool, mal frei, mal sexy oder künstlerisch – all diesen Seiten möchte sie Raum geben.

Schon im Musikvideo zu ihrem Song Yes setzte sie Mode bewusst ein, um verschiedene Facetten des Frauseins darzustellen.

Musikalisch bewegt sich Neiyla zwischen Pop und R&B und lässt sich von Künstler:innen wie Whitney Houston, Beyoncé, Alicia Keys oder Earth, Wind & Fire inspirieren. Ihre Debütsingle Good Thing erschien 2020 und war auch auf WELLE 1 zu hören. 2023 schaffte sie es außerdem ins Finale des Austrian Composer Songwriter Awards.

Von der Musik leben

Neiyla ist hauptberuflich Musikerin und kümmert sich dabei um weit mehr als nur ihre Songs. Songwriting, Videokonzepte und Management gehören ebenfalls zu ihrem Alltag. Wer selbst von der Musik leben möchte, sollte ihrer Erfahrung nach vor allem eines sein: proaktiv.

Von Anfang an habe sie vieles selbst gemacht und sich das notwendige Wissen angeeignet. Statt darauf zu warten, entdeckt zu werden oder irgendwann ein Management zu bekommen, empfiehlt sie, selbst aktiv zu werden, hartnäckig zu bleiben und sich innerhalb der Musikbranche möglichst breit aufzustellen. Und manchmal kann schon eine Follow-up-Mail den entscheidenden Unterschied machen.

Wie viel ihr die Verbindung zum Publikum bedeutet, zeigte sich für Neiyla auch bei einem ihrer persönlichen Konzert-Highlights des Sommers: Trotz Regen und einer wetterbedingten Unterbrechung blieb ihr besonders in Erinnerung, wie viele Menschen ihre Songs mitsangen und wie aufmerksam das Publikum war.

„Yes“: Selbstbestimmung statt sich verbiegen

Mit Yes setzt Neiyla ein deutliches Zeichen für Selbstbestimmung, Stärke und weibliche Unabhängigkeit. Dahinter stehen auch persönliche Erfahrungen aus der Musikbranche.

Im Interview erzählt sie von Situationen, in denen ihr beispielsweise Techniker grundlegende Dinge über ihren eigenen Beruf erklären wollten. Noch einschneidender waren Begegnungen, bei denen statt über ihre Musik über ihr Aussehen oder ihre Kleidung gesprochen wurde. Auch die Vorstellung, Frauen würden grundsätzlich miteinander konkurrieren, begegnete ihr immer wieder.

Diese Erfahrungen in Musik zu verwandeln, habe ihr bei der Verarbeitung geholfen. Besonders positiv empfand sie die Reaktionen auf den Song: Frauen konnten sich mit ihren Erlebnissen identifizieren, gleichzeitig reagierten auch viele Männer aus der Branche einfühlsam auf das Thema. Für Neiyla wurde „Yes“ so auch zu einer Möglichkeit, einen Schlussstrich zu ziehen und für sich festzuhalten: Sie möchte zu sich selbst stehen und ihren eigenen Weg weitergehen

Von Österreich bis Chile: Musik, die mehr bewegen soll

Neben ihrer eigenen Karriere engagiert sich Neiyla auch sozial und setzt sich unter anderem für Kinder- und Frauenrechte ein. Als Botschafterin der Kindernothilfe Österreich reiste sie im November 2025 nach Chile und besuchte dort fünf verschiedene Projekte.

Im Mittelpunkt standen Bildung und Selbstbestimmung. Neiyla lernte Kinder und ihre Familien kennen, bekam Einblicke in unterschiedliche Lebensrealitäten – und brachte natürlich auch die Musik mit: Gemeinsam mit den Kindern wurde gesungen und musiziert.

Die Reise knüpft damit auch an Themen an, die sich durch Neiylas Musik ziehen: Selbstbestimmung, Selbstbewusstsein und die Möglichkeit, den eigenen Weg zu finden.

Neuanfang – in der Musik und im eigenen Leben

Ein Thema zieht sich besonders durch das Gespräch mit Neiyla: neu anzufangen. Das steckt nicht nur in „EARTHQUAKE“. Nach ihrem Umzug von Linz nach Wien musste sich die Sängerin selbst ein neues Zuhause schaffen. Anfangs war dieser Schritt mit Unsicherheit verbunden – doch schon die erste Nacht alleine in der neuen Wohnung fühlte sich für sie richtig an.

Für Neiyla wurde der Umzug schließlich zur Chance, sich neu zu erfinden und sich selbst noch einmal anders kennenzulernen.

Und vielleicht schließt sich genau hier der Kreis zu „EARTHQUAKE“: Ein zurückgegebener Schlüssel kann das Ende eines gemeinsamen Zuhauses bedeuten – aber eben auch den Anfang von etwas Neuem.

Hier könnt ihr euch das Interview in voller Länge anhören. 

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Bildcredits: Bern Wagner

Geschrieben von: Christoph Fuchs